Arbeit

Meine Positionen:

  • Keine Massenanwerbung ausländischer „Fachkräfte“
  • stattdessen verpflichtende Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für alle Berufe, um dem vorhandenen Personal zu ermöglichen, das gewünschte / geforderte Qualifizierungsniveau zu erreichen.
  • Überarbeitung der Ausbildungsrichtlinien und Lehrpläne
  • Verkürzung der Ausbildungszeit wo sinnvoll und möglich
  • Bezahlung angemessener Ausbildungsvergütungen, um Nachwuchs zu generieren und
  • Bezahlung angemessener Löhne, um Fachpersonal zu halten


Begründungen hierzu:


Inzwischen seit Jahrzehnten hört man ein anhaltendes Wehklagen von Industrie und Handwerk über einen „Fachkräftemangel“ gepaart mit der Forderung, massenweise ausländische, vorzugsweise osteuropäischer „Facharbeiter“ anzuwerben. Letzteres ist der blanke Hohn und ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die im jeweiligen Berufszweig tätig sind. Weil diese ausländischen Arbeitskräfte oftmals schlicht keine Facharbeiter nach unseren Maßstäben sind, denn sie verfügen über keine unseren Anforderungen, unseren Standards entsprechende Ausbildung und können folglich nicht die benötigte Qualifikation vorweisen. Die tatsächlichen Fachkenntnisse liegen dabei gerne einmal unterhalb derer des vorhandenen Personals.


Damit ist eine auch nur ansatzweise Verbesserung des „Fachkräftemangels“ durch Anwerbung ausländischer respektive hauptsächlich osteuropäischer „Fachkräfte“ bei ehrlicher Betrachtung der Fakten nicht zu erwarten. Und ich unterstelle, auch nicht das Ziel der betreffenden Lobby. Man will mitnichten Fachkräfte ins Land holen, sondern schlicht billige Arbeitskräfte zu Lasten der ohnehin schon im Niedriglohnsektor beschäftigten Menschen. Denn ginge es tatsächlich um Fachkräfte, dürfte man wohl auch ein hinreichendes Maß an Eigeninitiative erwarten.


So darf und muss die Frage gestellt werden, wo angesichts der langen Zeit, die der „Fachkräftemangel“ bereits propagiert wird, die Schulungs- und Qualifizierungsprogramme sind, in welchen die vorhandenen, jedoch nicht oder zu gering qualifizierten Mitarbeiter entsprechend fort- und weitergebildet werden, um die benötigte Qualifikation zu erlangen?! Schließlich ist es nicht verboten, fehlende Fachkräfte aus den eigenen Reihen zu generieren! Doch derlei Programme sind, vorsichtig formuliert, Mangelware.


Und das mache ich allen Beteiligten - IHK, Handwerkskammern, Fachverbänden, Gewerkschaften, Politik, Arbeitgeber - massiv zum Vorwurf!


Wer nicht in seine eigenen Mitarbeiter investiert, sondern lieber nach billigen Arbeitskräften aus dem Ausland ruft, der hat das Recht zu jammern verwirkt und setzt gerade im Pflegebereich die Bevölkerung teils ergeblichen Risiken aus.


Aus eigenen Erfahrungen kann ich von Negativbeispielen im Gesundheitswesen berichten. Als Notfallsanitäter fahre ich häufiger zu Einsätzen in Alten- und Pflegeheimen, wo bereits viele osteuropäische Pflegekräfte anzutreffen sind. Zur Differenzierung: nicht nur aus Osteuropa stammend, sondern auch dort ausgebildet! Diese offenbaren leider regelmäßig ein desaströses Kompetenzniveau oder schlicht ein äußerst mangelhaftes Fachwissen. Abgesehen von unzureichenden Sprachkenntnissen, welche jedoch gerade in diesem Tätigkeitsfeld von elementarer Bedeutung sind, um sowohl mit den Patienten (Stichwort: Empathie!) als auch mit Externen wie Ärzten, Rettungsdienst, Betreuern etc. in hinreichendem, das Patientenwohl nicht gefährdendem Maße kommunizieren zu können, entsprechen auch die aufgezeigten medizinischen und pflegerischen Kenntnisse regelmäßig nicht einmal dem Niveau, das man von einer nach deutschen Standards ausgebildeten Pflegehilfskraft erwartet, geschweige denn von einer examinierten Altenpflegefachkraft.


Selbstverständlich bin ich nicht ausländerfeindlich! Auch behaupte ich nicht, osteuropäische Menschen wären generell nicht oder nur schlecht qualifiziert. Aber Fakten muss man ansprechen dürfen. Und dazu gehört, dass in Deutschland ausgebildete Fachkräfte ein deutlich höheres Kompetenzniveau haben. Und das Branchenübergreifend, nicht nur in den Pflegeberufen.


Dass es dem Handwerk an Nachwuchs mangelt, d.h. Schulabgänger keine Handwerkslehre machen wollen, ist ein anderes, jedoch hausgemachtes Problem. Es mangelt schlicht an Attraktivität: zu lange Ausbildungszeiten bei gleichzeitig – vergleichsweise – zu schlechter Ausbildungsvergütung, mitunter auch nach der Ausbildung ein Gehalt nur knapp über Mindestlohnniveau, schlechte Behandlung der Auszubildenden, teilweise miese Arbeitszeiten und in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegene Anforderungen bezüglich Schulbildung, da braucht es nun wirklich nicht verwundern, wenn junge Menschen umso intensiver vergleichen und ihre Optionen prüfen - und letztendlich lieber andere Berufe ergreifen.


Da nutzen auch gutgemeinte Werbespots im Fernsehen nichts - im Internetzeitalter klassisch an der Zielgruppe vorbei. Das Geld wäre besser in die Entstaubung, Entkrustung und Überarbeitung der Lehrpläne, Ausstattung der Berufsschulen und Ausbildungsplätze, Qualifizierung der Ausbilder und Anhebung der Ausbildungsvergütungen investiert.